Was beim Wechsel eins zu eins passt
Die meisten vSphere-Funktionen, die eine Umgebung täglich benutzt, haben in Proxmox eine Entsprechung. Die Diskussion entsteht bei den restlichen, und dort entscheidet sich, ob eine Migration einfach oder aufwendig wird.
| In Proxmox | Was anders ist | |
|---|---|---|
| vMotion | Live-Migration | gleiche Wirkung, andere Oberfläche |
| HA-Neustart bei Node-Ausfall | HA-Manager | gleiche Wirkung, Quorum nötig |
| Snapshots | vorhanden | je nach Storage unterschiedlich schnell |
| vSAN | Ceph | gleiche Rolle, mehr Betriebsaufwand |
| Backup-Integration | Proxmox Backup Server | eigenes Produkt, dedupliziert |
| DRS, laufende Lastverteilung | nur teilweise | bleibt eine Betriebsaufgabe |
| NSX | kein Gegenstück | als eigenes Projekt rechnen |
| Hardware-Kompatibilitätsliste | keine | Freiheit und Verantwortung zugleich |
Getönt sind die Zeilen, in denen Proxmox die Aufgabe direkt übernimmt. Die letzten drei sind die, über die eine Migration teuer wird.
Die vier Zeilen, über die es teuer wird
Live-Migration verlangt gemeinsamen Storage
vMotion und die Live-Migration in Proxmox tun dasselbe, und beide setzen voraus, dass Quelle und Ziel dieselben Daten sehen. Mit Ceph oder NFS ist das gegeben, mit lokalem ZFS nicht; dort kopiert Proxmox die Platte mit, was funktioniert und deutlich länger dauert.
Der zweite Punkt sind die CPU-Modelle. Wenn ein Cluster aus mehreren Hardware-Generationen besteht, muss der VM ein CPU-Typ gegeben werden, den jeder Host bedienen kann, sonst schlägt die Migration auf den älteren Host fehl. Das ist dieselbe Überlegung wie hinter EVC, nur ohne Assistenten.
DRS hat kein Gegenstück, und das ist eine Betriebsaufgabe
vSphere verschiebt Lasten von selbst. Proxmox tut das nicht. In der Praxis heisst das, dass jemand die Verteilung ansieht, statt sich darauf zu verlassen, dass sie sich einstellt.
Was den Unterschied kleiner macht, ist Kapazitätsplanung: Wer seine Hosts so füllt, dass der Ausfall eines Nodes noch aufgefangen wird, hat selten ein Verteilungsproblem, weil überall Luft bleibt. Affinitätsregeln im HA-Manager halten zusätzlich zusammen, was zusammengehört, und trennen, was sich stört. Die laufende Feinverteilung bleibt trotzdem Handarbeit oder ein Skript.
NSX ersetzt man nicht, man baut anders
Proxmox bringt SDN mit VLAN-, VXLAN- und EVPN-Zonen mit und eine Firewall auf Cluster-, Node- und VM-Ebene. Damit lassen sich Mandanten trennen und Regeln default-deny setzen, und für die meisten Umgebungen deckt das ab, wofür NSX gekauft wurde.
Was fehlt, ist die Ebene darüber: verteilte Regeln nach Objekt statt nach Netz, Servicegraphen, Inspektion im Datenpfad. Wer das wirklich benutzt, rechnet den Ersatz als eigenes Projekt und nicht als Zeile in der Migration.
Ceph ist kein vSAN mit anderem Namen
Beide liefern verteilten Storage aus lokalen Platten. Ceph will dafür mindestens drei Nodes für ein Quorum, ein eigenes und schnelles Netz für die Replikation, und Aufmerksamkeit beim Rebuild: Wenn eine Platte ausfällt, stellt Ceph die Redundanz selbst wieder her, und dieser Vorgang kostet Bandbreite und IOPS, solange er läuft.
Dafür bekommen Sie eine Schicht, die Sie selbst dimensionieren, deren Regeln sichtbar sind und die an keine Hardwareliste gebunden ist. Was sie im Alltag verlangt, steht auf der Schwesterseite unter Ceph als Storage.
Keine Kompatibilitätsliste heisst, Sie führen sie selbst
vSphere sagt Ihnen, welche Hardware unterstützt ist. Proxmox läuft auf Debian und damit auf fast allem, was der Linux-Kernel kennt. Die Freiheit ist echt, und die Verantwortung wandert mit: Firmware-Stände, Netzwerkkarten-Treiber und RAID-Controller im HBA-Modus sind ab dann Ihre Liste.
Für einen Kauf heisst das, Serverhardware zu wählen, die im Linux-Umfeld verbreitet ist, und die gewählte Kombination vor der Bestellung einmal zu testen. Für einen Bestand heisst es, vor der Migration zu prüfen, ob die vorhandenen Controller sich durchreichen lassen.
Was ein Betriebskonzept abdecken muss
Proxmox hat weniger Leitplanken als vSphere. Das ist der ehrliche Satz hinter jedem Kostenvergleich, und er heisst nicht, dass Proxmox schlechter ist. Er heisst, dass mehr Entscheidungen bei Ihnen liegen.
Vier Punkte gehören darum in ein Konzept, bevor die erste VM umzieht. Erstens die Patch-Kadenz, mit einem festen Rhythmus statt einem guten Vorsatz. Zweitens die Kapazitätsgrenze, damit der Ausfall eines Nodes noch aufgefangen wird. Drittens das Monitoring, mit wenigen Alarmen, hinter denen eine Handlung steht. Viertens die Sicherung, mit einem Restore, der geübt wurde.
Wie das im Alltag aussieht, steht ausführlich auf der Schwesterseite unter Proxmox VE betreiben.
Was der Wechsel nicht ändert
Die Windows-Lizenzierung bleibt, wie sie ist. Ihre Anwendungen laufen in denselben virtuellen Maschinen. Die Netzwerksegmente behalten ihre VLANs, und Ihre Backup-Strategie behält ihre Aufbewahrungszeiten.
Was sich ändert, ist die Ebene darunter und die Frage, wer sie betreibt.
Weiter
Der Vergleich der Optionen steht auf der Startseite, die Kostenlogik unter Kosten, und wann ein Wechsel sich nicht lohnt unter Wann Sie bleiben sollten.
Das Angebot liegt auf natron.io.
Häufige Fragen
Gibt es in Proxmox ein Gegenstück zu DRS?
Proxmox verteilt Lasten nicht so weitgehend automatisch wie DRS. Live-Migration und HA-Regeln decken die üblichen Fälle ab, die laufende Feinverteilung bleibt aber eine Aufgabe für den Betrieb.
Was ist mit vSAN?
Ceph übernimmt dieselbe Rolle: verteilter Storage über die Nodes, ohne separates Speichersystem. Die Bedienung ist anders und der Betrieb verlangt mehr Aufmerksamkeit.
Und NSX?
Dafür gibt es in Proxmox kein gleichwertiges Gegenstück. Wer NSX wirklich nutzt, sollte das als eigenes Projekt rechnen und nicht als Teil der Migration.
Laufen Windows-VMs auf Proxmox?
Ja, mit VirtIO-Treibern und, wo nötig, einem virtuellen TPM. Die Windows-Lizenzierung ändert sich mit dem Hypervisor nicht.
Gibt es eine Hardware-Kompatibilitätsliste?
Proxmox läuft auf Debian, also auf allem, was der Linux-Kernel unterstützt. Das ist eine Freiheit und eine Verantwortung, denn niemand bestätigt Ihnen vorab, dass genau Ihre Kombination getestet wurde.
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