Checkliste für den Wechsel

Diese Liste deckt ab, was neben dem eigentlichen Umzug der virtuellen Maschinen anfällt. Der technische Teil ist berechenbar, und diese Punkte sind es, die einen Zeitplan kippen.

Vor der Entscheidung

  • Verlängerungsdatum des aktuellen Vertrags notieren, denn danach richtet sich alles andere.
  • Anzahl Hosts, CPUs und Cores pro Host erfassen, weil beide Lizenzmodelle darauf aufbauen.
  • Prüfen, ob NSX oder vSAN tragend im Einsatz sind oder nur mitlizenziert.
  • Klären, wer die neue Plattform betreibt, intern oder eingekauft.
  • Zertifizierte Software beim Hersteller schriftlich auf Unterstützung prüfen.

Bestandsaufnahme

  • Pro VM: Plattengrösse, RAM, vCPUs, Betriebssystem, Netze.
  • Feste IP- und MAC-Adressen notieren, besonders bei Appliances.
  • Pro Anwendung festhalten, wer sie fachlich abnimmt.
  • Snapshots in vSphere auflösen, solange die Quelle läuft.
  • Lizenzen suchen, die an eine Hardware-ID gebunden sind.

Zielbild

  • Anzahl Nodes festlegen, mindestens drei für das Quorum.
  • Storage entscheiden: Ceph, NFS oder lokales ZFS.
  • Netzwerk planen, damit eine importierte VM im gewohnten VLAN landet.
  • Kapazitätsgrenze festlegen, damit der Ausfall eines Nodes aufgefangen wird.
  • Backup-Ziel aufsetzen und eine erste Sicherung prüfen.

Während der Migration

  • VM importieren, Treiber setzen, Netz zuweisen.
  • Testphase mit der Fachabteilung, nicht mit der IT allein.
  • Monitoring-Checks für die neuen Hosts anlegen.
  • Runbooks von vSphere-Handgriffen auf Proxmox umschreiben.
  • Umschalten VM für VM, jede mit eigenem Termin und offenem Rückweg.

Nach dem Umschalten

  • Alte Backup-Jobs abschalten, erst wenn die neuen laufen.
  • Alte Monitoring-Checks entfernen.
  • Neue Hardware-IDs beim Hersteller melden, alte Bindungen lösen.
  • Einen Restore aus der neuen Sicherung üben und die Dauer notieren.
  • Erst dann die alte Umgebung abbauen.

Womit Sie rechnen müssen

Eine Liste ohne Zeitgefühl lässt sich nicht planen. Feste Wochenzahlen wären geraten, weil sie an Ihrer Grösse hängen; was sich sagen lässt, ist, wovon jede Phase abhängt.

Was die Dauer jeder Phase bestimmt
Hängt ab von Läuft parallel zum Tagesgeschäft
EntscheidungAntworten der Softwarehersteller, Verlängerungsdatumja
BestandsaufnahmeAnzahl VMs, Qualität der vorhandenen Dokumentationja
Zielbild und AufbauHardwarelieferung, Netzwerkarbeitenja
TestphaseVerfügbarkeit der Fachabteilungennur begrenzt
UmschaltenAnzahl Wartungsfenster, die Sie bekommennein
Abbau der alten UmgebungIhrer Nervenstärkeja

Getönt ist, was neben dem Tagesgeschäft läuft. Die beiden ungetönten Zeilen brauchen Termine mit anderen Menschen, und sie bestimmen darum den Kalender.

Die beiden Zeilen ohne Tönung sind die, an denen Pläne scheitern. Sie hängen an Kalendern, die anderen Leuten gehören, und nicht an der Technik.

Fünf Punkte, an denen Zeitpläne kippen

Die Abnahme durch die Fachabteilung wird als Formalie eingeplant und ist keine. Wer sie erst beim Umschalten einplant, verschiebt den Termin.

Appliances mit fester MAC-Adresse fallen beim ersten Start auf der neuen Plattform auf und nicht vorher. Sie gehören darum in die Bestandsaufnahme und nicht in die Testphase.

Lizenzen an Hardware-IDs brauchen einen Hersteller, der antwortet, und manche antworten in Wochen. Melden Sie früh.

Offene Snapshots in vSphere machen einen Export unbrauchbar. Auflösen, solange die Quelle noch läuft, kostet Stunden; danach kostet es den Export.

Der geübte Restore wird zuletzt eingeplant und ist der einzige Punkt, der beweist, dass die neue Sicherung funktioniert. Ziehen Sie ihn vor.

Dazu passend

Der Ablauf der eigentlichen Migration steht auf der Schwesterseite unter VMware zu Proxmox migrieren. Was der Wechsel kostet, steht unter Kosten, und wann er sich nicht lohnt unter Wann Sie bleiben sollten.

Der ausführliche Leitfaden mit Vorlagen liegt auf natron.io.

Häufige Fragen

Muss ich mich für die Checkliste registrieren?

Nein. Sie steht vollständig auf dieser Seite und lässt sich ausdrucken. Ein Formular davor würde nur uns nützen.

Wie lange dauert die Bestandsaufnahme?

Bei einer mittleren Umgebung ein bis zwei Wochen, wenn jemand sie als Aufgabe bekommt und nicht nebenbei macht. Der Punkt, der am längsten dauert, ist herauszufinden, wer welche Anwendung abnimmt.

Welcher Punkt wird am häufigsten vergessen?

Lizenzen, die an eine Hardware-ID hängen. Sie fallen erst auf, wenn die Anwendung nach dem Umzug den Dienst verweigert, und dann ist der Hersteller im Ferienmodus.

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